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21.1.2018 11:46

Die Anreise

Blitzeis auf der Autobahn

Die Abfahrt begann montags abends gegen 19.00 Uhr in Freisen. Der Bus vollgeladen bis unters Dach durch 10 Rädern und vor allem die 4 Koffern von Peter Stransky. Ohne große Vorkommnisse verließen wir Deutschland und setzten unsere Fahrt in Frankreich fort. Über Nancy, Dijon ging es nach Clermont-Ferrand. Hier sollte eigentlich das Schlimmste überstanden sein, denn nun kam endlich mal ein längeres Stück Autobahn. Dem war auch anfangs so, zumindest bis wir Milau passiert hatten. Dann morgens um 5 Uhr gab es auf einmal Blitzeis mit einsetzendem Schneefall. Eigentlich waren wir kurz vorm Mittelmeer, aber vom Wetter her wieder zu Hause. Doch auch diese Passage ging vorüber und ab Perpignan begann die Sonne zu scheinen. Am Haus angekommen, galt es, alles schnellstmöglich auszuladen und dann die erste Einheit machen. Gesagt getan, Marco aufs Crossrad um ein paar versteckte Trails zu finden. Das Einzige was er aber fand waren umgestürzte Pinien und Sackgassen. Also verlegte er seine weitere Tour einfach auf die Strasse. Aber auch beim Laufen danach wurde es nicht besser. Er versuchte erst einmal die Wege rund um das Haus zu erkunden. Aber auch hier Unmengen von Sackgassen. Es scheint, als wäre Spanien das Land der Sackgassen. Nachdem ihm ein spanischer Ureinwohner in seiner Not wohl immer wieder wenden sah, nahm er sich ihm an und zeigte ihm einen traumhaften Singletrail an der Küste entlang. Somit wurde es doch noch eine schöne Laufeinheit und nach einem leckeren Abendessen fielen Marco und Daniela dann übermüdet ins Bett.

Mit der Ruhe ist es vorbei

Ankunft am Flughafen

Der Tag begann mit Sonnenschein und so wurde der Morgen genutzt um den ersten Lauf in kurzen Hosen für dieses Jahr zu machen. Es sollte ein normaler Trainingslauf über 90 Minuten werden, doch am Ende standen gerade einmal 14km auf der Auswertung, dafür jedoch auch über 600hm. Es ging entweder steil bergab oder steil bergauf, aber dafür auf Trails direkt am Meer entlang und dazu noch in den Sonnenaufgang, ein Traum für jeden Läufer! Danach wurde erst mal reichlich gefrühstückt bevor heute eine relativ flache Etappe anstand. Es ging knapp vor die französische Grenze nach Roses. Eine schöne, lockere Tour. Aber nun war es mit der Beschaulichkeit zu Ende. Schließlich war heute der Tag, an dem die LSC Meute einfliegen sollte. Pünktlich um halb 10 waren dann auch alle eingeladen, das Mietauto abgeholt und auf dem Weg nach Begur. Hier angekommen, dachten Marco und Daniela erst in Deutschland gäbe es nichts mehr zu Essen, denn bis auf die Flusen auf den Wolldecken wurde alles verputzt, was sich finden lies! So gut gestärkt legten sich dann alle schlafen, die erste Einheit war damit gelungen.

Der Muezzin ruft am frühen Morgen

Vorweg, Eckhard verbrauchte erstmals mehr Kalorien als der Triathletendarsteller Marco. Der erste Regentag war gleichzeitig Markttag. Alle LSC’ler fuhren zum Markt nach Parafrugell, welcher leider auch ins Wasser fiel. Einzig die Fisch- und Schafsköpfe blieben uns in Erinnerung. Nach der Rückkehr ins Clubhaus wurde erst einmal gegammelt. Schließlich riss die Wolkendecke doch noch auf und so konnten wir doch noch trainieren. Ramon und Peter machten einen gemütlichen 30km Lauf mit 2 Bergen. Emil Steuer, die Kuseler Lokomotive nahm Uwe in den Windschatten und so legten beide auch noch einen 15km Lauf in den Berg. Daniel und Matthis wollten wissen wie viel Prozent Steigung man mit einem 12-25er Ritzel bewältigen kann und so fuhren sie die Küstenstrasse über Tamariu. Am sportlichsten aber waren Thomas, Daniela und Marco. Sie fuhren 45km nach Girona ins nächste Schwimmbad, nachdem das Schwimmbad in Palafrugell erst am 12.04 wieder öffnet. Unterwegs stellte sich jedoch eine schwere Gewissensfrage. Auf einem Aussichtspunkt stand ein Scott Plasma mit Zipplaufrädern völlig unbeobachtet, sowie 2 weitere hochwertig Fahrräder rum. Sollten wir sie schnell in den Berlingo werfen oder doch einfach weiterfahren? Ehrlich wie wir waren, haben wir uns dann für die zweite Variante entschieden nur um dann, als wir in Girona ankamen vor verschlossenen Türen zu stehen. Also ging es wieder 45 km zurück auf die Couch. Nach leckerem Essen von Thomas verschlangen das Quartett Infernale gefühlte 8 Flaschen Wein, was bei Ecki zu dem sogenannten Louis van Gaal Syndrom und sehr viel Gelächter führte.

Ecki dreht am Rad

Heute stand als erstes das Abholen von Jörg am Flughafen auf dem Programm. Nachdem Marco mit Jörg dann im Haus eingetroffen war, ging es gleich zu einem schönen Lauf. Ramon und Marco machten in 90min 800hM, wobei drei Anstiege mit 10% Steigung dabei waren. So geschafft ging es dann zum Frühstück. Heute stand der Hells Angels auf dem Plan, der höchste und auch schwierigste Berg, den man direkt vom Haus anfahren kann. Nachdem uns Eckhard zeigte, wie man auf möglichst ökonomische Art, relativ schnell und viel km zusammen bekommt (einfach das Vorderrad in der Luft drehen), rollte die Gruppe Richtung Berg. Dies machte besonders heute Spaß, denn wir hatten das bisher beste Wetter. 25°C und strahlend blauer Himmel. Bei der Anfahrt zum Berg hielt sich die Gruppe heut sehr zurück, jedoch als der Anstieg begann, wurde gleich mit Druck gefahren. So ging es dann 6km mit 8-9% Steigung hinauf. Nach einer langen Abfahrt stand dann wieder der Hausberg von Casa aus an. Das bedeutete eine 10km steile und kurvenreiche Abfahrt bis nach Cruilles. Hier bewies uns Vino Tinto Uwe, wie schnell man im Alter noch sein kann! Der Abend verlief nach dieser härteren Tour entsprechend ruhig…

Die Königsetappe oder nur echte Männer kommen oben an!

Im Ziel auf 2000m Höhe

Am vorletzten Tag stand die Königsetappe auf dem Plan. Ziel war der Ort Valtter 2000 in den Pyrenäen. Eine Besonderheit war diesmal, dass wir nicht an unserem Haus losfuhren, sondern erst noch eine Transferstrecke mit dem Bus nach Banyoles zurücklegen mussten. Ab hier sollte es eine traumhafte, wenn auch mit Höhenmetern gespickte Tour werden. Es ging auch schon gut los. Kurz nachdem Start fast der erste Sturz, nachdem eine Gruppe älterer Spanier ihre Pause plötzlich mitten auf der Strasse machen wollte und wir knapp dahinter waren. Aber es ging nochmal gut und so wurde dann der erste Pass, der El Croscat. Weiter ging es den weissen Bergen entgegen. Der nächste Pass, der Collada de Coupet brachte uns schonmal über 1000m. Schließlich ging es durch ein schönes Tal hinauf nach Vallter 2000. Die letzten 10km sollten noch einmal 1000hM haben. Hier entschied sich ob man Mann oder Memme war. Am meisten im Vorfeld gejammert hat Peter, er steige vorher aus, er würde es nicht packen. Aber Kampfsau Peter packte die Tortour hinauf zur Skistation und hat sich den Respekt aller Anderen verdient. Mit ihm schafften das auch noch Marco und Uwe. Jörg stieg lieber gleich in unser Begleitfahrzeug ein um die San Miguel Vorräte zu lehren. Oben gab es noch eine Schneeballschlacht, bevor wir die Heimreise im Begleitbus antraten.

Der Tag am Meer und nächtliche Kontrollen

Sonne geniessen am Strand von Tossa
Voll bepackter Bus auf der Heimfahrt

Der letzte Tag kam dann leider auch! Hier planten wir nochmal eine gemeinsame Tour entlang der Küstenstrasse nach Tossa. Start war in St. Feliu de Guixols. Die Strecke ist eine der Schönsten an der Costa Brava, obwohl es immer auf und ab geht. Da aber das Wetter mitspielte mit über 30° merkte keiner etwas von den ersten 27 km bis nach Tossa. Dort angekommen ging es erst mal in ein Cafe am Strand um uns für den Rückweg zu stärken. Ein paar Nimmermüde wollten es dann auch nochmal wissen und bogen auf der Küstenstrasse ab nach Sant Grau auf eine 5km lange steile Passstrasse. Als Marco oben angekommen umdrehte vermutete er erst Peter oder Thomas hinter sich, doch es war und Läufer Ramon, der mit seinem alten Tourenrad ohne Klickies, die anderen stehen lies. Eine bemerkenswerte Leistung, was uns dazu brachte Ramon zum Duathleten zu erklären! Nachdem alle oben ankamen wurde die Abfahrt nochmal in Angriff genommen und die Anderen auf dem Weg nach St. Feliu eingeholt.

Schließlich wurde der Bus beladen und es folgte die Abfahrt zum Flughafen. Auf dem Weg dorthin kam es zu einer Polizeikontrolle, weil wir nicht nur 2 Personen im Kofferaum unseres Berlingos hatten, sondern gerade diese Beiden auch noch der Polizei fröhlich mit St. Miguel zuprosteten. Dank dem Verhandlungsgeschick von Eckhard mussten wir aber wenigstens keine Strafe zahlen, sondern lediglich die Beiden auf einer Bank warten lassen, bis Marco mit dem Bus sie abholen konnte. Nachdem wir also immer wieder 2 Leute warten liesen und uns so Richtung Girona vorkämpften, stellten wir fest, dass das gemeinsame Abschlussessen wohl ausfallen musste. Daher ging es für Marco und Daniela hungrig auf den Heimweg, nachdem alle abgesetzt wurden und der Berlingo wieder abgegeben wurde.